Madeira V: Von Santana auf den Pico Ruivo

Ursprünglich sollte uns die heutige Tour über den Ziegenpfad zum Gipfel des Chão dos Torreiros führen. Da es aber vor geraumer Zeit dort gebrannt hat, haben wir entschieden, auf den Gipfel des Pico Ruivo zu steigen. Wie sich herausstellte, war das eine ganz wunderbare Alternative, da die Aussicht dort einfach gigantisch ist – gut, bei um die knapp 1.900m muss man ja „nur“ hoffen, dass der Himmel klar wird. Und wir hatten Glück… Wir starteten vom Parkplatz Achada do Teixeira aus und brauchten ca. eine Stunde bis zur Hütte, von hier aus nochmal ca. 15 Minuten bis zum Gipfel. Morgens hatte die Welt noch ihre Decke über den Kopf gezogen, mittags gab es freie Sicht. Der Weg war angenehm zu laufen, da alles gepflastert war, dennoch blieben einige Treppen nicht aus. Aber mit dem richtigen Schuhwerk und genügend Wasser im Gepäck, war das alles kein Problem. Ganz wichtig aber auch: Sonnenschutz! Und zwar richtig. Sobald sich die Wolken verziehen, brennt die Sonne ohne Erbarmen. Gleichzeitig geht aber auch ein ordentlicher Wind… Beides dörrt einen regelrecht aus. Dennoch… Der Blick war umwerfend!

Der Rückweg war gefühlt natürlich wieder ganz leicht, weil es die meiste Zeit ja nur bergab ging. Inzwischen kamen auch immer mehr Touristen – ich sage bewusst Touristen und nicht Wanderer. Ich habe keine Ahnung, was sich die Leute denken, auf solche Strecken mit Flip Flops loszuziehen… Ich hätte keine einzige dieser Wanderungen ohne festes Schuhwerk gemacht, obwohl ich ein Verfechter von „Freiheit für die Füße“ bin. Aber es soll weder meine Sorge noch meine Gesundheit sein.

Zum Mittagessen kehrten wir im „A Chave“ in Faial ein. Auf dem Speiseplan stand heute ein leckeres Gulasch mit Kartoffeln, Reis und Gemüse. Davor gab es das obligatorische Bolo do Caco (ein Süßkartoffel-Fladenbrot, meist mit Knobi-Butter, auf dem Markt oder Festival auch mit anderem Belag erhältlich), danach Obstsalat.

Nach unserer täglichen Erholungsphase, haben meine Tanten, Brigitta und ich neue Wege beschritten – zumindest die anderen drei, ich bin diese Wege gestern Abend schonmal gegangen, nachdem ich nicht schon um 20 Uhr im Hotel sitzen wollte. Ursprünglich zog es mich auf das Festival im Catherinen-Park, hatte mich dann aber doch umentschieden und bin dann in die Stadt gegangen. Allerdings nicht die Hauptstraße entlang, sondern die Nebengassen. Zuerst habe ich das Hotel „The Vine“ gesucht, da das eine tolle Dachterrasse haben soll. Anschließend bin ich durch die Gassen geschlendert, fern vom allgemeinen Touristen-Trubel. Am Ende bin ich aber wieder auf dem Weinfest gelandet und habe den Bands zugehört. Diese Wege sind wir heute zusammen nochmal abgeschritten, da ich diese so faszinierend fand, mit den teils modernen, teils verfallenen Häusern und Ruinen. Alles hat so seinen ganz eigenen Charme. Auf die Dachterrasse des „The Vine“ sind wir auch hochgefahren, allerdings nicht geblieben. Die Terrasse ist zwar offen für alle, allerdings haben die Hotelgäste dort auch ihren Pool und alles ist etwas beengt. Deshalb sind wir für einen Drink weitergezogen. Das war aber auch nicht schlimm, da wir dann noch die eine oder andere Kirche von innen sehen konnten. Von außen sehen die alle immer etwas einfacher gehalten aus, aber kaum betritt man den Innenraum, wird man eines besseren belehrt.

Da wir aber irgendwo einkehren wollten, gingen wir in ein Restaurant / Bar direkt an der Kathedrale Sé. Es ist dort bei einem Drink geblieben, nachdem es dem Personal offenbar nicht in den Kram gepasst hatte, dass wir nichts essen wollen (Das haben wir auch vorab so kommuniziert!). Außer nicht billig, war das meiner Meinung nach nichts. Im Anschluss sind wir wieder eine Schritte zurück und haben uns in einer Tapas-Bar niedergelassen. Der ursprüngliche Plan bestand immernoch nur ein Getränk zu bestellen und vielleicht eine Kleinigkeit „naschen“… Die Tapas-Platten waren allerdings derart reichlich, dass wir zu viert Schwierigkeiten hatten, diese zu leeren. Aber auch hier war alles super lecker und frisch! Nachdem wir uns den Bauch ein drittes Mal an diesem Tag vollgeschlagen und unser Gläschen Wein getrunken hatten, gingen wir zurück ins Hotel… um dort für einen Absacker in der Hotel-Bar hängen zu bleiben. Aber das wars dann auch. Ich habe heute kein Bedürfnis, nochmal in die Stadt zu laufen.

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