Botswana VI: Tree Island Frühstück, Erdnussbutter so weit das Auge reicht und ich glaub, mein Auto piept

Bis zu unserem Tree Island Camp haben wir ca. 3 Stunden gebraucht. Natürlich gab es eine Menge Zebras zu sehen – es war wirklich unglaublich, soviele Tiere um einen herum! Wer das selbst noch nicht erleben durfte, kann dieses überwältigende Gefühl vermutlich garnicht nachvollziehen… Und noch unglaublicher ist es jedesmal, wenn dann urplötzlich wieder nichts weiter, als eine weite Ebene zu sehen ist… Ziemlich pünktlich um 9 Uhr fanden wir dann unser Camp, von dem aus man direkt auf eine Salzpfanne sehen konnte. Ein bisschen traurig waren wir schon, dass in diesem wirklich schön gelegenen Camp nicht nächtigen konnten. Da das Tree Island auf einer kleinen Erhebung liegt, kann man von dort aus wirklich weit das Land überblicken.
Also haben wir dort erstmal ordentlich gefrühstückt und uns darüber gefreut, dass wir das Glück hatten, auf die Zebrawanderung zu stoßen smiley
Natürlich sind wir im Anschluss nochmal runter zur Salzpfanne. Allerdings konnten wir sie leider nicht so queren, wie wir das gerne gemacht hätten. Die Salzschicht war nur oben eine dünne Kruste und darunter war der Boden komplett weich. Auf ein weiteres mal Schaufeln hatten wir keine Lust – und natürlich wäre es auch wirklich dumm gewesen, ein Einschlammen zu provozieren. Viel zu gefährlich!


Weiter ging´s kurz vor Mittag zu einem wunderbar malerischen Camp gegenüber von Baines Baobabs; direkt in der Kudiakam Pan gelegen.
Leider wurden wir am Gate zur Nxai Pan ernüchtert: Unser gebuchtes Camp 1, das in der Kudiakam Pan direkt gegenüber von Baines Baobas liegt, war nicht erreichbar. smiley
Es hatte im Februar geregnet und deshalb ist die Salzpfanne nicht trocken genug, um dieses Camp gefahrlos erreichen zu können. Wir wurden auf Camp 3 umgebucht.
Die Piste nach dem Gate war die reinste Buckelpiste – diese sollte uns noch ein paar Überraschungen bescheren!
Abgesehen davon, dass wir die ersten Kilometer ordentlich durchgerüttelt wurden, hörten Andy und ich ab und zu mal ein „Piep“ im Auto. Nachdem es vereinzelte „Piep“ waren, haben wir uns darum erstmal nicht weiter gekümmert. Sobald wir von der Buckelpiste runter waren, war das Thema damit auch erledigt und vergessen. Auf unsrem Weg – und dieser Weg bestand im Vergleich zu allen anderen, die wir auf dieser Reise gefahren sind, aus großen Wendungen und langgezogenen Kurven – haben wir den einen oder anderen Elefanten getroffen und natürlich auch wieder ein – zwei Antilopen. Aber sonst wieder nichts zu sehen, außer weite Ebene. Wenn es Büsche gab, waren es ganz flache. Bis zu dem Zeitpunkt, als wir kurz vor der Kudikam Pan waren.


So plötzlich, wie nach einem Wald oder hohen Büschen und Gräsern eine weite flache Ebene auftaucht, so spontan stehen die Schwestern nach einer weiten flachen Ebene vor einem.


Von den Schwestern hat man einen tollen Blick auf das Camp 1, dass wir leider nicht anfahren konnten – umgekehrt wäre der Blick zu den Schwestern und über die Salzpfanne natürlich auch super gewesen und extrem gut für die Tierbeobachtung…


Aber es hat auch irrsinnig Spaß gemacht, Camp 3 zu suchen…


Unser Ersatzstellplatz für die Nacht war rundum von hohen Sträuchern umgeben. Selbstverständlich haben wir aber unseren eigenen Baobab gehabt, den wir auch ganz arg ins Herz geschlossen haben.
Es war wunderschön und auch ein bisschen magisch dort – mehr gibt es nicht zu sagen… nur noch ein paar Bilder, damit ihr es vielleicht ein wenig erahnen könnt:


Als wir am späten Nachmittag in Camp 3 ankamen, hat sich jeder über den wunderbaren Duft von Erdnussbutter im Bushcamper gefreut, als wir uns überlegt hatten, was wir denn zum Essen machen wollten. Wir hatten uns zwar gewundert, weil die Erdnussbutter ja in einem luftdichten Glas abgefüllt war, aber gut. Es roch jedenfalls lecker. Wir sind dann nochmal losgezogen, um noch ein paar Bilder zu machen, bevor das Licht gegangen ist.
(Toilettentechnisch muss hier erwähnt werden, dass HIER ein wahrer Thron
steht – inklusive Toilettenpapierhalter UND KLOBÜRSTE! Es hat sich uns
zwar nicht ganz erschlossen, wozu die Klobürste dort gut war, aber
prinzipell ist es auch egal. Es war eine Klobürste vorhanden.)
Am nächsten morgen, hat Flo dann entdeckt, warum es so lecker gerochen hat: Das Erdnussbutterglas ist im Regal umgefallen, als wir über die Buckelpiste gefahren sind. Die Erschütterungen über mehrere Kilometer hinweg haben dann auch noch den Deckel vom Glas gelöst und zack… überall im Regal war die Erdnussbutter verteilt. Das Entsetzen war in jeder Hinsicht groß. Musste jetzt erstmal das ganze Regal ausgeräumt und alles sauber gemacht werden und der Vorrat der Erdnussbutter war da dann natürlich dramatisch verringert… Aber wir haben es hinbekommen. Und das Glas im Anschluss zusätzlich in einen Zipper-Beutel gepackt. Auf unserem Weg nach Nxai Pan South Camp mussten wir ja wieder über diese Buckelpiste fahren. Da war uns das Riskio zu groß, als dass nochmal der Glasinhalt sich überall hin verteilt.


Nachdem wir uns von unserem Baobab verabschiedet hatten, haben wir zum Frühstück nochmal bei den Schwestern gehalten, bevor wir dann entgültig nach South Camp aufgebrochen sind.
Der Weg dorthin wurde dann auch relativ schnell zur Qual. Jedenfalls für mich. Vermutlich auch für Andy – er musste ab einem gewissen Zeitpunkt meine miese Laune aushalten, die ein unglaublich durchdringender Dauerpiepton und ein ständiges blinken der Innenraumbeleuchtung verursacht hatten. Inzwischen wussten wir, dass das einzelne „Piep“ vom Türsensor rechts hinten in unsrem Hilux herrührte. Auf der Buckelpiste wurde diesem anscheinend schlecht, oder was weiß ich, jedenfalls hat er sich lautstark darüber beschwert, dass angeblich die Tür nicht richtig verschlossen wäre, obwohl sie tatsächlich ordentlich zu war. Irgendwann hab ich nur noch ins WalkieTalkie geknurrt, dass wir doch bitte an der nächsten Stelle, an der wir etwas mehr Platz haben, anhalten und die Herren bitte das Werkzeug raussuchen und diesen blöden Sensor endlich zum schweigen bringen. Es war klar, dass es zu diesem Zeitpunkt kein gefährlicheres Tier in Botswana gab, als mich. An der nächsten Möglichkeit haben wir auch gehalten und Flo hat schnellstens das Werkzeug herausgesucht, damit Andy schnellstens diesen Sensor ausbauen konnte. Die himmlische Ruhe, die danach herrschte… Traumhaft! Nachdem sich die Nerven entspannt hatten und das Werkzeug wieder verstaut war, war der Rest des Weges quasi nicht mal mehr rechtschaffend erwähnenswert. Außer die Buckelpiste. Die war natürlich noch da und hat uns auch wieder ordentlich durchgeschüttelt.

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