Botswana III: Die Vögel müssen verrückt sein und Star Wars 2.0

Nach dem Frühstück – wahlweise gab es selbstgemachtes Brot mit diversem Belag oder Aufstrich oder Müsli mit verschiedenen (Trocken)Früchten – haben wir uns wieder auf den Weg gemacht.
Die Kalahari ist ein extrem eindrucksvoller Ort – nur um das schonmal vorweg zu sagen. Wir waren jedesmal auf´s neue überwältigt, wie lang man einerseits durch eine weitläufige trockene Savanne fahren kann um dann doch plötzlich spontan in einer Art Wald zu stehen und im nächsten Moment gibt´s nur noch grünes Gras und grüne Sträucher so weit das Auge reicht…
Falls sich hier jemand fragt: Habt´s ihr eigentlich auch was anderes gesehen außer weitläufige Savanne und ein paar Antilopenarten und Vögel?!
JA, HABEN WIR! SEID DOCH NICHT SO UNGEDULDIG – WIR MUSSTEN AUCH WARTEN smiley

Und als erstes „neues“ Tier trafen wir …


… einen Löffelhund! Schimpft jetzt nicht mit mir, weil man auf dem Bild im besten Fall zwei Ohren und einen Körper sieht – vorerst müsst Ihr Euch damit zufrieden geben – wir haben ihn nämlich auch nicht besser gesehen und meine persönliche Fotoausrüstung ist sehr begrenzt.
Aber weiter – wir haben ja noch viiiiiiel mehr gesehen und erlebt. Schaut doch einfach mal das nächste Video an:

Wer jetzt gute Augen hatte beim Videoschauen – oder zumindest anhand meiner Beschriftung etwas erahnen konnte, hat unsere erste Schlange gefunden! Ich dachte ja nicht während der Reise überhaupt eine zu Gesicht zu bekommen. Tatsächlich waren es aber insgesamt sogar drei. Die erste hier war aber die längste von allen.


Auf dem Weg zu unserem Camp ist sonst aber erstmal nicht´s weiter ausergewöhnliches passiert. Wir haben die Landschaft genossen und trotzdem mit bloßem Auge und Feldstecher jeden Quadratzentimeter abgescannt, in der Hoffnung, die ersten Katzen zu gesicht zu bekommen – oder Elefanten. Faktisch war aber immernoch nicht allzuviel los. Ach naja, das ist jetzt auch ein wenig geschwindelt. Auf die Oryx-Antilopen und die Springböcke ist immer Verlass! Und außerdem haben wir ja auch sehr viele Perlhühner, Trappen, Perlhühner, Habichte, Perlhühner und Bussarde gesehen. Und Perlhühner. Nur, falls ich die noch nicht erwähnt habe.



Extrem lustig sind ja die Gackeltrappen… Kaum kommt man nur in deren Nähe, schon beschweren sie sich lauthals – machen ihrem Namen also alle Ehre! Erwähnenswert sind natürlich auch die Hundertdrölfzig verschiedenen Termitenhügel, mit ihren Zillionen Bewohnern (Gut, dass wir davon nur einmal eine kleine Abordnung gesehen haben, als wir in Motopi unser Feuerholz einpacken wollten. Wir waren dann aber sehr großzügig und haben es den Termiten überlassen.).
Irgendwann am früheren Nachmittag sind wir dann auch am ersten Camp in Kori vorbeigekommen – das war sogar aktuell bewohnt und wir haben das erste mal seit unserer Abreise aus Maun wieder Menschen gesehen. Von da aus waren es noch ein paar Kilometer zu unserem Camp, von dem wir einerseits begeistert waren, aber andererseits auch nicht. Von der Lage war es großartig – viel Savanne um uns, ein paar wenige Büsche und Sträucher, der obligatorische Camp-Baum und insgesamt sehr großzügig und eben. Aber es lag in direkt an der Durchgangsstraße. Es gibt dabei aber trotzdem einen Vorteil: Die Kalahari ist jetzt nicht ganz soooo von Tourismus durchzogen, wie vielleicht eine Stadt oder ein typischer Campingplatz. Es sind tatsächlich mal die Nachbarn von vor 5 oder 6 km weiter vorbeigekommen, aber soviel Verkehr war dann doch nicht.
Dafür haben wir aber neue äh eigensinnige Bewohner der Kalahari getroffen: Rotbauchwürger (ein sehr wuseliger, kamerascheuer Vogel), Grünschwanzglanzstare und Spatzen (mutmaße ich, sonst müsst ihr mich verbessern, falls ich falsch liege).




Der Rotbauchwürger war kaum zu fassen mit der Kamera, da er zwar immer wieder neugierig um uns herumgehoppst ist, aber sofort weggeflogen ist, sobald man die Kamera auch nur anfassen wollte oder den Auslöser betätigen.
Und die Spatzen… ich sag´s euch… In jeder Familie gibt es ja irgendwie immer „das eine schwarze Schaf“, das irgendwie immer heraussticht. Und genau der, hat uns anfangs erstmal derart zum Lachen gebracht, dass wir richtig Bauchschmerzen bekommen haben!



Sobald er sein Spiegelbild gesehen hat – und das war zuerst in der polierten Aluminiumfläche auf der Unterseite unseres Tisches – hat er es angegriffen! Egal, wie oft man ihn verscheucht hat, er kam ständig zurück und hat auf´s Neue damit angefangen. Irgendwann wird es aber auch zugegebenermaßen echt lästig, wenn man ständig dieses „tock“ hören muss. Also haben wir kurzerhand unsere Tischdecke gefaltet und so unter der Tischplatte befestigt, dass er erstmal nichts mehr von seinem Spiegelbild gesehen hat. Aber das hat ihn natürlich nicht davon abgehalten, es zu suchen… und hat es tatsächlich in den Windschutzscheiben unserer Autos und den Seitenspiegeln gefunden. Jetzt kann man sich vorstellen, wie es weitergegangen ist – richtig: Tock – Tock – Tock – … Nach stundenlangen Angriffen hatte er dann entschieden, es mit Geschenken zu probieren… und flog ab jetzt ständig mit Gräsern zwischen dem Schnabel unter den Tisch, in der Hoffnung, dass das Angebot angenommen wird.
Von diesen ewigen Spielchen hatten wir aber irgendwann genug und haben erstmal alles wieder im Auto verstaut und sind selbst nochmal auf Tour gegangen.
Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir dann auch wieder zurück im Camp und haben erstmal lecker Abendessen gekocht und Malariaprophylaxe betrieben.
Und dann… ENDLICH! DIE STERNE smiley

Dies ist einer unserer ersten Versuche, die Sterne zu auf einem Bild festzuhalten.
Der Abend war einer meiner persönlichen schönsten Abende überhaupt – auch sehr emotional – obwohl wir wirklich noch viele großartige Tage und Abende auf unserer Reise hatten.

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