Botswana X: Pleiten, Pech und Pannen, der gewichtige Untermieter und „Hat jemand die Brücke gesehen?“

Falls jemand denkt, dass es in der Wildnis nachts eine Totenstille gibt – der hat sich gehörig getäuscht! Irgendwo hört man immer ein Rascheln, Lachen und Gurgeln. Obwohl wir bisher noch keine einzige Hyäne zu Gesicht bekommen haben, durften wir ihnen schon einige Nächte lang lauschen. Diesmal schienen sie auch nicht allzuweit vom Camp entfernt gewesen zu sein.
Unser eigentlicher Wecker war aber ein anderer… ein alter Bekannter, der uns nur schon mitteilen wollte, dass es jetzt Zeit für sein Frühstück wäre.


Mr Yellow Hornbill und Gattin (Gelbschnabeltoko) sind bereits um unsere Bushcamper herumgesprungen und warteten darauf, dass wir unser Tischlein-deck-dich aufstellten mit der Hoffnung, dass vielleicht doch etwas für sie abfallen könnte.
Aber wir haben ja inzwischen gelernt unser Eigentum zu verteidigen.
Ziemlich pünktlich um halb 9 waren wir dann auch schon wieder auf der Piste. Unser erstes Ziel des Tages sollten die Black Pools sein.

Der Weg dorthin führte uns auch hier wieder durch viele unterschiedliche Landschaften: Savanne, Moore, Wälder… Auch an einigen Palmen kamen wir vorbei. Und an durchgeknallten Menschen – einer von den beiden saß während der Fahrt oben ohne auf dem Dach des Campers – „oben ohne“ hat hier mehrere Bedeutungen, sucht euch eine oder zwei oder drei davon aus.
Am ersten Wasserloch angekommen, bot sich uns ein wunderschönes Bild… ganz friedlich tranken und fraßen Giraffen, Zebras, Impalas und Moorantilopen, und auch das eine oder andere Hippo hat uns vom Wasser aus mit den süßen Öhrchen zugewunken. Na gut, okay, wir wurden vermutlich beobachtet…


Wir fahren also ein Stück um die Pools; die komplette Umrundung haben wir nicht geschafft, da wir uns mit manchen Wassertiefen nicht ganz schlüssig waren. Und versenken wollten wir unsere mobilen Zuhause nun auch nicht. Also haben wir an einer uns möglichen Stelle zwischen Büschen und Bäumen gewendet, noch ein zwei Häschen aufgescheucht und uns auf den Rückweg begeben. Zumindest so lange, bis wir uns ziemlich beobachtet vorkamen – keine wirkliche Ahnung, warum…


Aber eventuell lag es daran, dass wir plötzlich inmitten einer riesigen Büffel-Herde standen. Ihre irritiert-neugierigen Blicke haben uns noch eine ganze Weile verfolgt, aber nach ein paar Minuten hatten wir dann doch den letzten dieser Großfamilie passiert und konnten wieder unbeschattet weiterfahren.
Wir waren nun wieder in Richtung Third Bridge unterwegs, wo wir nochmal eine Nacht verbringen würden.
Sofern wir natürlich überhaupt dort ankommen würden! Wir kamen – wie des öfteren – auf dem Weg an eine Stelle, bei der man nicht so genau wusste, ist es ein trocknes Schlammloch oder angetrockneter, unterschwellig feuchter Schlamm. Im ersten Fall ist es gut, nur ein bisschen wackelig. Im zweiten Fall ist es ziemlich sicher, dass man sich im Fahren eingräbt.
Aber Bilder sagen mehr als 1.000 Worte…


Glücklicherweise konnten Jenny und Flo links an uns ohne Zwischenfall vorbeifahren und die Bergung war innerhalb von wenigen Minuten erfolgreich.

Wieder unterwegs entdeckte Andi einige frische Flausch-Katzen-Tatzen-Spuren, wie
auch die hiesigen Besitzerinnen, die einen ruhigen Mädelsnachmittag im
Schatten der Bäumchen verbrachten.


Kurz darauf trafen wir auch noch auf einen recht entspannten Flusskreuzer…


…bevor wir in 3rd-Bridge dann feststellen mussten, dass unser Stellplatz bereits untervermietet war.


Wir haben das Hippo erstmal eine Weile beobachtet, da es sich überhaupt nicht stören ließ und an allem um ihn herum ein reges desinteresse zeigte. Als es sich dann wieder zum Fluß hin entfernt hatte, konnten wir endlich unser Lager aufschlagen. Jenny legte erstmal einen kurzen Waschnachmittag ein, ich freute mich riesig, zwei grüne Papageien in der Krone des Leberwurstbaum über unserem Lager beobachten zu können.
Dann machten wir uns erstmal dran, uns die Brücke (3rd Bridge) anzuschauen, über die wir am nächsten Tag weiter nacht North Gate fahren mussten. Oder auch nicht. Dort, wo die Brücke eigentlich sein sollte, war nur Wasser ohne Brücke. Das war doof. Wir hatten keine Ahnung, ob wir hier unbeschadet mit den Campern passieren konnten. Eine zeitlang beobachteten wir die Autos, die den Fluß querten. Die, die einen Schnorchel hatten, hatten natürlich überhaupt keinen Stress damit, andere ohne Schnorchel fuhren i die eine, wie in die andere Richtung immer exakt den gleichen Weg. Trotzdem… sicher waren wir uns nicht, ob wir nicht 50.000 € versenken würden.
Eine deutsche Gruppe, die ein paar Stellplätze weiter übrnachteten, waren hier wohl schon öfter und versicherten uns, dass es mit unseren Fahrzeugen absolut kein Problem wäre, den Fluß zu queren. Wir sollten uns nur an die Randspuren halten.
Diese Überlegung beschäftigte uns noch den ganzen restlichen Nachmittag und Abend. Wir haben uns auch nicht getraut, das gesichtete Rudel Wildhunde zu suchen, da wir hierzu eben bereits 3rd Bridge durchfahren mussten.
Als wir uns gerade unseren Sundowner genehmigen wollten, hat uns unser Haus-Hippo wieder besucht. Wir haben uns natürlich zügig aus dem Sichtfeld begeben… allerdings stellten wir dann fest, dass es wohl ein sehr trauriges und verletztes Hippo sein musste. Und krank. Es blieb die ganze Nacht und graste – ein sehr komisches Gefühl, wenn man weiß, dass man ganz bewusst neben einem wilden Tier sitzt und schläft, dass einen aber offensichtlich überhaupt nicht wahrnimmt. Man weiß es eben nicht sicher.

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